Nein sagen lernen: So setzen Sie Grenzen im Arbeitsalltag

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Nein sagen lernen: So setzen Sie Grenzen im Arbeitsalltag
Björn 2. August 2022 0 Kommentare

Die persönliche To-Do-Liste am Arbeitsplatz wird immer länger und Ihr persönliches E-Mail-Postfach füllt sich unaufhörlich. Plötzlich fragt eine geschätzte Kollegin danach, ob Sie “mal schnell” diese eine wichtige Sache erledigen können. Kurz darauf ruft Ihre Führungskraft an und bittet ebenfalls nur um “einen kleinen Gefallen”. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und hinterfragen Sie sich, wie oft Sie in der Vergangenheit in solchen Situationen am liebsten ein entschlossenes “Nein” von sich gegeben hätten. Dabei ist die Ablehnung von Bitten mit Vorteilen verbunden, die Sie kennen und Ihren Arbeitsalltag nutzen sollten. Wenn Sie ein paar der folgenden Erklärungen hierzu berücksichtigen, können sich Ihnen vollkommen neue Perspektiven eröffnen.

Uns allen fällt das Setzen von Grenzen schwer

Ein “Nein” geht stets mit Befürchtung einher, dass Ihr Gegenüber diese Antwort negativ verarbeitet. Unkollegialität, Faulheit und Überforderung sind meist die (Vor-)Urteile, welche plötzlich in Ihrem Kopf viel Raum einnehmen und Unsicherheit schüren. Sie sollten sich hierbei zu einem Perspektivwechsel ermutigen und Ihre eigenen Reaktionen auf die ausbleibende Unterstützung einer/eines Kollegen/in beleuchten. Abhängig von Ihrer Selbstwahrnehmung ist es wichtig, dass eventuell vorhandene hohe Leistungsansprüche an sich selbst und andere herunterschrauben, um sich nicht zu überfordern.

Um diesen schleichend voranschreitenden Zuständen effektiv vorzubeugen, ist es weitaus wichtiger, mit Ihren eigenen Ressourcen sorgsam umzugehen. Auf diese Weise können Sie frei kommunizieren, wenn Ihnen die Aufgaben über den Kopf wachsen. Wenn Sie hier die Waage zwischen Belastung und Entlastung finden, erfährt spätestens Ihr/e Arbeitgeber/in einen deutlich höheren Mehrwert durch bessere Arbeitsleistungen und weniger Krankheitstage.

Nein sagen lernen: So setzen Sie Grenzen im Arbeitsalltag

Prioritäten setzen und Alternativen anbieten

Wenn Sie insbesondere Ihrer vorgesetzten Fachkraft kein Anliegen abschlagen können, greifen Sie in die Trickkiste und weisen Sie auf andere, ebenfalls wichtige Aufgaben in Ihrem Aufgabengebiet hin. Welche Tätigkeiten eine höhere bzw. niedrigere Priorität haben, überlassen Sie der Entscheidungsgewalt ihres/ihrer Vorgesetzten. Gleichzeitig ist es in diesen Gesprächen wichtig, dass Sie transparent kommunizieren und andeuten, dass zusätzliche Aufgaben Auswirkungen auf andere zeitkritische Arbeiten haben könnten.

Natürlich spricht nichts dagegen, dass Sie Alternativen aufzeigen, um Ihrem/Ihrer Chef/in etwas entgegenkommen. So können Sie zum Beispiel eine zeitliche Perspektive aufzeigen und anbieten, dass die Ausarbeitung nicht schon morgen, sondern erst in vier Tagen fertigstellt sein kann.

Arbeit und Freizeit strikt voneinander trennen

Ständig kreisende Gedanken rund um die Arbeit oder die ständige Erreichbarkeit sind regelrechtes Gift für Ihre Psyche und Ihre Gesundheit im Allgemeinen. Die augenscheinlich kurze Beantwortung einer eingegangenen E-Mail nach Feierabend oder die Annahme eines geschäftlichen Telefonats geht mindestens auf Kosten Ihrer Familie. Wenn Sie bisweilen der Auffassung waren, dass Sie beide Lebensbereiche zeitlich miteinander vereinbaren können, sollten Sie sich selbst hinterfragen.

Weitaus wahrscheinlicher ist es an dieser Stelle, dass Sie aufgrund dieses Spagats sowohl Ihrem Job als auch Ihrer Familie gegenüber nicht in vollem Umfang gerecht werden können. Letztendlich sollte Ihnen klar sein, dass jeder Tag nur 24 Stunden hat. Es kann in diesem Zusammenhang überaus hilfreich sein, wenn Sie Ihren Vorgesetzten sowie Ihren Kollegen/innen klarmachen, zu welchen Zeit Sie erreichbar sind. Halten Sie sich im Idealfall vollumfänglich an Ihre aufgestellte Richtlinie und nutzen Sie diese Zeit für private Verpflichtungen.

Nein sagen lernen: So setzen Sie Grenzen im Arbeitsalltag

Lassen Sie sich nicht ausnutzen

Wenn Sie bislang ein ausdrückliches “Nein” von sich gegeben haben, kann es passieren, dass Sie vollkommen unbewusst von Ihren Kollegen/innen ausgenutzt werden. Wenn Sie der Meinung sind, dass dieser Zustand bereits eingetreten ist, dürfen Sie diesen ruhigen Gewissen ansprechen und äußern, wie Sie sich dabei fühlen. Darüber hinaus spricht nichts dagegen, wenn Sie die daraus resultierenden Auswirkungen auf Ihre eigentliche Arbeit ansprechen und zudem erörtern, welche Besserungen Sie sich für die Zukunft wünschen. Ein solchen “Wie-Was-Warum”-Konzept verhindert effektiv, dass Sie sich selbst dazu verleiten lassen, Ihren Kollegen/innen Vorwürfe zu machen und das Betriebsklima zu verschlechtern.

Kommunizieren Sie klar

Bei vielen Menschen für ein “Nein” zu einem schlechten Gewissen, welches sich mitunter in ausschweifenden und ebenso unklaren Entschuldigungen äußert. Bedenken Sie hierbei jedoch, dass Sie sich dadurch selbst in eine defensive Position begeben. Ein freundliches und klares “Nein” auf eine Frage ist keineswegs verkehrt. In den wenigsten Fällen dürfte sich Ihr/e Gesprächspartner/in vor den Kopf gestoßen fühlen oder gar einen Streit vom Zaun brechen wollen. Zeigen Sie durch diese klare Kommunikation Ihre persönlichen Grenzen auf und sorgen Sie dafür, dass diese von Ihren Mitmenschen im Laufe der Zeit respektiert werden.

Übung macht den/die Meister/in

Etwaige Unsicherheiten oder Befürchtungen lassen sich selbstverständlich nicht von heute auf morgen ablegen. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass Sie üben, üben und nochmals üben. Zu Beginn ist es keineswegs ungewöhnlich, dass Sie bei einem “Nein” Ihrerseits feuchte Hände bekommen oder ein nervöses Verhalten an den Tag legen. Seien Sie sich jedoch sicher, dass Ihre Ablehnung einer Bitte von Mal zu Mal leichter wird und Sie neues Selbstbewusstsein tanken können. Dieses kann zu einem späteren Zeitpunkt dazu führen, dass sich mehr Respekt erarbeitet haben und für Ihre Karriere förderlich sein kann.